Häufig werden Kinder mit problematischem Verhalten von ihren Eltern in der psychomotorischen Praxis vorgestellt. Sie haben den Wunsch, das Kind möge durch die Intervention seine Schwierigkeiten überwinden. Hierbei wird oft übersehen, dass die Eltern selbst als Teil des Familiensystems einen großen Beitrag zu dieser Überwindung leisten können. Die psychomotorische Familienintervention bietet die Möglichkeit, diese Ressourcen wahr-zunehmen und zu nutzen.


Zielgruppe für die psychomotorische Familienintervention
Der Ansatz für psychomotorische Familienintervention eignet sich für alle Familien, in denen ein Kind mit Unterstützungsbedarf im Familiensystem lebt und sich Schwierigkeiten im Familienkontext zeigen.

Es profitieren insbesondere Familien, in denen

  • sich die Beziehungsgestaltung zwischen Eltern und Kind und/oder zum Geschwisterkind als schwierig erweist
  • Interaktionsschwierigkeiten unter Geschwisterkindern auftreten
  • sich Schwierigkeiten im Umgang mit dem „Anders- sein“ bzw. den Auffälligkeiten des Kindes ergeben
  • Kinder leben, die durch aggressives Verhalten auffallen oder die emotional sehr unsicher sind (z. B. schüchtern, ängstlich)


Ziel
Das Konzept der psychomotorischen Familienintervention soll neben dem Kind auch Eltern und Geschwisterkindern die Möglichkeit bieten, an einer therapeutisch angeleiteten Einheit im Bewegungsraum teilzuhaben.
Der Handlungs- und Erlebnisorientierte Ansatz der Psychomotorik wird genutzt, um die Interaktionsmuster der Familien zu betrachten.
Der systemische Ansatz ermöglicht Verhaltensmuster der Familie den Familienmitgliedern (insbesondere den Eltern und den Kindern in altersentsprechender Form) bewusst zu machen.
Die Psychomotorische Familienintervention ermöglicht den Familien, neue Sichtweisen einzunehmen und erweitere Handlungsstrategien zu entwickeln, um somit Veränderungen im Familiensystem herbeizuführen.


Durchführung
Zu Beginn findet ein Vorgespräch statt, um Themen für die psychomotorische Familienintervention gemeinsam mit den Eltern zu erarbeiten.
Die Psychomotorische Familienintervention wird von zwei staatlich geprüften MotopädInnen aus dem Verein für Mototherapie und psychomotorische Entwicklungsförderung durchgeführt, von denen einer die Zusatzqualifikation Systemischer Berater und Sozialtherapeut besitzt.
Die Einheit wird mit Video aufgezeichnet, dauert 90 Minuten und ist in drei Phasen eingeteilt (Eingangsphase, Spielphase, Reflexionsphase).
Nach jeder Bewegungseinheit findet ein Beratungsgespräch mit den Eltern statt. Im Auswertungsgespräch des Videos stehen das Erarbeiten von neuen Lösungsstrategien und erweiterten Reaktionsmöglichkeiten im Vordergrund.

Stand Februar 2015

Bei Interesse melden Sie sich gerne unter Tel.: 0251-295640