Häufig werden Kinder mit problematischem Verhalten von ihren Eltern in der psychomotorischen Praxis vorgestellt. Sie haben den Wunsch, das Kind möge durch die Intervention seine Schwierigkeiten überwinden. Hierbei wird oft übersehen, dass die Eltern selbst als Teil des Familiensystems einen großen Beitrag zu dieser Entwicklung leisten können. Die Psychomotorische Familienintervention bietet die Möglichkeit, diese Ressourcen wahrzunehmen und zu nutzen.

 

Zielgruppe für die psychomotorische Familienintervention

Der Ansatz der Psychomotorischen Familienintervention eignet sich für alle Familien, bei denen Unterstützungsbedarf im Familiensystem besteht.

Es profitieren insbesondere Familien, in denen

  • sich die Beziehungsgestaltung zwischen Eltern und Kind und/oder zum Geschwisterkind als problematisch erweist,
  • Interaktionsschwierigkeiten unter Geschwisterkindern auftreten,
  • sich Schwierigkeiten im Umgang mit dem „Anders-sein“ bzw. den Auffälligkeiten des Kindes ergeben
  • Kinder leben, die durch aggressives Verhalten auffallen oder die emotional sehr unsicher sind (z. B. schüchtern, ängstlich)

 

Ziel

Das Konzept der Psychomotorischen Familienintervention gibt neben dem Kind auch Eltern und Geschwisterkindern die Möglichkeit, an einer therapeutisch angeleiteten Stunde im Bewegungsraum teilzuhaben.

Der handlungs- und erlebnisorientierte Ansatz der Psychomotorik wird genutzt, um die Interaktionsmuster der Familien zu betrachten.

Der systemische Ansatz ermöglicht Verhaltensmuster der Familie den Familienmitgliedern (insbesondere den Eltern sowie den Kindern in altersentsprechender Form) bewusst zu machen.

Die Psychomotorische Familienintervention unterstützt die Familien, neue Sichtweisen einzunehmen und erweiterte Handlungsstrategien zu entwickeln, um somit Veränderungen im Familiensystem herbeizuführen.

 

Durchführung

Zu Beginn findet ein Vorgespräch statt, um Themen für die Psychomotorische Familienintervention gemeinsam mit den Eltern zu erarbeiten.

Die Psychomotorische Familienintervention wird von einer Motopädin/einem Motopäden des Vereins für Mototherapie und psychomotorische Entwicklungsförderung e.V. durchgeführt, die/der eine Zusatzqualifikation als Systemische (r) Berater(in) besitzt. Eine Einheit im Bewegungsraum dauert 60 Minuten und ist in eine Eingangsphase, Spielphase und Reflexionsphase eingeteilt. Die Inhalte der Stunde richten sich nach dem Anliegen der Familie.

Nach jeder Bewegungseinheit findet ein Beratungsgespräch mit den Eltern statt, in dem das Erarbeiten von neuen Lösungsstrategien und erweiterten Reaktions-möglichkeiten im Vordergrund stehen.